Fernwartung
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[bearbeiten] Fernwartung
Die Fernwartung (Remote Control) von Computern gewinnt beim Support von Hard- und Software zunehmend an Bedeutung. Durch die immer stärkere Vernetzung der Computer über das Internet, den Aufbau von firmeninternen Intranets und herkömmliche Telekommunikationswege (ISDN, Telefon) erweitern sich die Möglichkeiten der direkten Unterstützung im Support. Nicht zuletzt wegen der Einsparmöglichkeiten bei Reisekosten und die bessere Ressourcennutzung (Personal und Technik) werden Produkte der Fernwartung zur Kostensenkung in Unternehmen genutzt.
Fernwartungsprogramme ermöglichen es dem entfernt sitzenden Servicetechniker, direkt auf den zu wartenden Rechnern Aktionen durchzuführen. Tastaturanschläge und Mausbewegungen werden übertragen. Der Servicetechniker sieht die Bildschirmausgabe auf dem eigenen Bildschirm.
[bearbeiten] Was nützt mir das?
Eine ganze Menge! Erfahrene Administratoren und Benutzer können hilfesuchenden Benutzern über das Internet mittels eines Fernwartungsprogramms bei Softwareproblemen weiterhelfen und das unabhängig von der Entfernung. Der helfende Benutzer, nennen wir ihn hier einmal Supporter, hat die Möglichkeit, den Bildschirminhalt des hilfesuchenden Benutzers einzusehen. Er kann die Maus bewegen und Tastatureingaben tätigen und hat somit die Möglichkeit, den zu wartenden Computer so zu bedienen, als würde er direkt vor diesem sitzen.
Der Benutzer des zu wartenden Computers kann jede Aktion des Supporters mitverfolgen und in das Geschehen eingreifen - oder aber auch die Fernwartung unterbrechen, wenn er dieses möchte.
Der Supporter kann bei schwierigen Programminstallationen und -einstellungen helfen oder über ein gleichzeitiges Telefonat die Bedienung eines Programmes erklären. Oder bei einem Virenbefall des Rechners helfen, indem er diese mit seiner Sachkenntnis vom befallenen PC entfernt und dem Benutzer einfach zeigt, wie das funktioniert.
[bearbeiten] Wie ist es mit der Sicherheit?
Viele bekommen das kalte Grauen bei dem Gedanken, Ihren Rechner schutzlos einem anderen auszuliefern. Dennoch sind viele Sorgen unbegründet, denn die Fernwartung an sich ist - in den richtigen Händen - recht sicher.
[bearbeiten] Grundregeln
Die einfachste Grundregel: Vertraue keinem Fremden! Fernwartung basiert auf einem gewissen Vertrauensverhältnis. Wer Fernwartung in Anspruch nehmen möchte, sollte seinem Gegenüber vertrauen. Auf keinen Fall sollte man das Angebot zur Fernwartung von einer scheinbar netten Chatbekanntschaft, welche man erst seit 2 Minuten kennt, einfach so annehmen. Das sollte jedem klar sein. Hier zählt, wie bei allen Dingen: Der gesunde Menschenverstand.
Besteht ein Vertrauensverhältnis, steht einer Fernwartung nichts im Wege. Desweiteren hat der Benuter auch jederzeit die Möglichkeit, die Fernwartung zu unterbrechen, indem er einfach das Programm beendet oder die Internetverbindung trennt.
[bearbeiten] Kann ich die Kontolle über meinen PC verlieren?
Wenn die hier beschriebene Software UltraVNC zum Einsatz kommt, ist eine solche Angst vollkommen unbegründet. Der Benutzer kann jederzeit Tastatureingaben tätigen oder die Maus bewegen - der PC bleibt bedienbar und beinflussbar. So, als würde der Supporter quasi daneben sitzen.
[bearbeiten] Kann der Inhalt meiner Festplatte ausspioniert werden?
Nein. Der Supporter sieht nur das, was sich auf dem Bildschirm befindet - nicht mehr und nicht weniger. Es gibt bei UltraVNC keine verdeckten Programme, über die der Supporter den Festplatteninhalt ausschnüffeln kann.
[bearbeiten] Aber wenn das Programm eingerichtet wurde, kann doch jeder Zugriff bekommen?
Nein. Der Zugriff ist nur möglich, wenn das Programm läuft und das eingestellte Passwort bekannt ist. Dieses Passwort wird am besten telefonisch zwischen Supporter und Benutzer vereinbart und nach der Fernwartung wieder geändert. Dazu sollte das Programm auch nur laufen, wenn man es benötigt - wie es bei jedem Programm sein sollte ;-)
[bearbeiten] Welche Voraussetzungen werden benötigt?
Um ein Fernwartungsangebot nutzen zu können, benötigt man eigentlich nur
- einen Internetzugang ab ADSL 1000
- eine Fernwartungssoftware (in diesem Beispiel UltraVNC)
- die Kenntnis seiner IP-Adresse im Internet (siehe Tutorial)
In der nachfolgenden Anleitung wird die einmalige Einrichtung und Konfiguration der benötigten Software detailliert beschrieben - so kann garantiert nichts schiefgehen.
[bearbeiten] Tutorial: Fernwartungssoftware UltraVNC einrichten
In diesem Tutorial wird Schritt für Schritt die Einrichtung der kostenlosen Fernwartungs-Software UltraVNC beschrieben. Durch die Installation dieser Software kann der PC des Benutzers ferngewartet werden.
[bearbeiten] Installation
UltraVNC kann von der Herstellerseite http://ultravnc.sourceforge.net bezogen werden. Hier bitte auf "Download" klicken.
Hier bitte "Ultr@VNC Setup" wählen.
Nun einen kurzen Moment warten, bis der Download gestartet wird. Dann bitte auf "Datei speichern" klicken und die Datei in einem Ordner nach Wahl abspeichern, z.B. in C:\Eigene Dateien\Downloads
Nach dem erfolgreichen Download einfach einen Doppelklick auf die heruntergeladene Datei durchführen, welches das Installationsprogramm startet.
Die darauffolgende Sprachauswahl mit "Ok" bestätigen.
Hier bitte auf "Ich akzeptiere die Vereinbarung" klicken und "Weiter" wählen.
Hier kann ein bestimmter Ordner festgelegt werden, wohin das Programm installiert wird. Wir übernehmen hier die Standardvorgabe.
Bei dieser Auswahl bitte darauf achten, das sämtliche Komponenten ausgewählt wurden.
Sollten bereits einige Optionen ausgewählt sein, diese bitte entfernen, denn wir benötigen nur eine Auswahl: "UltraVNC" Desktop-Symbole anlegen. Dies legt zwei Programmicons auf dem Desktop an.
[bearbeiten] Konfiguration
Nachdem das Programm installiert wurde, finden sich zwei Programmicons auf dem Desktop wieder: UltraVNC Server und UltraVNC Viewer. Das Programm "UltraVNC-Server" ermöglicht eine Fernwartung auf dem eigenen Computer, "UltraVNC Viewer" dagegen ermöglicht es, selbst eine Fernwartung auf einem anderen PC durchzuführen.
Zunächst interessiert uns nur dieser Anwendungsfall: Wir möchten unseren Computer fernwarten lassen, benötigen also "UltraVNC-Server". Dieses Programm muss nun konfiguriert werden, damit die Fernwartung funktionieren kann.
Wir führen zunächst einen Doppelklick auf das blaue Symbol "UltraVNC-Server" aus.
Es erscheint ein Fenster mit den Programmoptionen, wo wir allerdings nicht viel einstellen müssen. Die für uns wichtigen Punkte werde ich nun erklären:
- Accept Socket Connections sollte auf jeden Fall aktiviert sein, um eine Fernwartungsverbindung überhaupt erst zu ermöglichen. Ebenso sollte neben den Ports 5900 und 5800 Auto aktiviert sein. Dies gewährleistet die Auswahl der Standard-VNC-Ports, welche wir später benötigen werden.
- VNC-Password: Dieses Feld bitte leeren und ein eigenes Passwort eintragen. Dieses Passwort wird zur Authentifizierung des Supporters benötigt, welcher den PC fernwarten möchte. Dieses Passwort muss dem Supporter mitgeteilt werden, damit er eine Fernwartung durchführen kann. Nur Personen, welche dieses Passwort kennen, dürfen den PC fernwarten. Bitte nicht "12345" oder "4711" wählen, es sollte ein vernünftiges Passwort sein, was nicht zu offensichtlich ist. Nach der Fernwartung sollte das Passwort wieder geändert werden.
Bitte nun auf "Apply" und "Ok" klicken, damit die Einstellungen übernommen werden.
Nun erscheint ein neues blaues Icon im Systray der Taskleiste neben der Uhr. Sobald dieses Icon erscheint, ist der PC bereit zur Fernwartung. Wenn eine Fernwartung erfolgt und eine Verbindung der beiden PC's besteht, verfärbt es sich grün. Eine Verbindung und Fernwartung lässt sich jederzeit unterbrechen, wenn man das Symbol mit der rechten Maustaste anlickt und auf "Close" klickt.
Hinweis für die Nutzer von DSL
Sollte ein Router, wie z.B. die FritzBox für die eigene DSL-Verbindung zum Einsatz kommen, muss eine sogenannte Portfreigabe im Router eingerichtet werden. Im nachfolgenden Tutorial wird die Einrichtung einer Portfreigabe für die verbreitete FritzBox erläutert, für andere Fabrikate erfolgt die Einrichtung auf ähnlicher Weise. Hierzu bitte das Handbuch des Herstellers zu Rate ziehen.
Sollte eine Software-Firewall eingerichtet sein, muss die Portfreigabe in diesem Programm eingerichtet werden. Welche Freigaben das sind, sind im folgenden Tutorial nachzulesen. Die Windows-Firewall fragt beim Aufbau einer Fernwartungsverbindung nach, hier muss der Zugriff unbedingt erlaubt werden.
Sollten Sie keinen DSL-Router oder einen Modemzugang verwenden und keine Software-Firewall einsetzen, kann das Tutorial zur Einrichtung einer Portfreigabe übersprungen werden.
[bearbeiten] Tutorial: Einrichtung einer Portfreigabe
Für viele DSL-Nutzer kommt mittlerweile ein Router wie z.B. die verbreitete FritzBox zum Einsatz. Dieser Router besitzt eine integrierte Firewall, welche Zugriffe aus dem Internet auf den PC blockt. Dies erhöht die Sicherheit des PC's vor unerwünschten Eindringlingen erheblich und ist in jedem Fall einer softwareseitigen Lösung vorzuziehen.
Der Zugriff auf den eigenen PC wird über sogenannte "Ports" geregelt, welche man mit "Türen" vergleichen kann, die mit Nummern versehen sind. Diese Türen können geöffnet und geschlossen werden, denn jede Internetanwendung wie auch VNC verwenden eine oder mehrere bestimmte Türen für den speziellen Zugriff auf den eigenen Rechner. Das Fernwartungsprotokoll VNC (welches von UltraVNC verwendet wird) verwendet die Ports mit den Nummern 5800 und 5900.
In der Standardeinstellung der im Router integrierten Firewall sind alle Ports geschlossen, bis auf diejenigen, welche für den normalen Internetbetrieb benötigt werden. Dies ist recht praktisch - verhindert allerdings auch eine Fernwartung, denn hierfür müssen die Ports 5800 und 5900 für die Dauer der Fernwartung geöffnet sein.
Hier wird die Einrichtung einer Portfreigabe für die FritzBox erläutert.
IP-Adresse des Rechners herausfinden
Damit die Portfreigabe auch für den richtigen PC erfolgt, benötigen wir nun dessen IP-Adresse. Hierzu klicken wir auf "Start" und "Ausführen", geben cmd ein und drücken "Ok".
Nun erscheint ein DOS-ähnliches Eingabefenster, wo wir ipconfig gefolgt von Enter eingeben.
Der für uns interessante Eintrag lautet IP-Adresse, z.B. 192.168.178.27 - Diese Nummer bitte auf einem Notizzettel notieren, wir benötigen diese später.
Die Konfiguration der Fritzbox kann ganz einfach über einen Internet-Browser vorgenommen werden. Hierzu einfach die Adresse http://fritz.box in die Browserzeile eingeben und "Enter" drücken.
Wurde bei der Einrichtung der FritzBox ein Passwort vergeben, ist dieses nun einzugeben. Ist dem nicht der Fall, gelangt man direkt auf die Konfigurationsoberfläche.
Im Menü links bitte "Einstellungen" wählen.
Danach auf "Internet" und "Portfreigabe" klicken. Nun klicken wir auf der rechten Seite auf "Neue Portfreigabe".
In dem Auswahlfeld sind mehrere Voreinstellungen möglich. Wir möchten gern eine eigene Einstellung vornehmen und wählen deshalb "Andere Anwendungen".
Nun geben wir bei "Bezeichnung" VNC-Fernwartung-1 ein, als "Protokoll wählen wir TCP und tragen in das Feld "von Port" 5800, bei "bis Port" 5900 ein. Bei dem Feld "an IP-Adresse" benötigen wir unseren Notizzettel von zuvor: Hier sollte exakt die IP-Adresse des eigenen PC's stehen, welche wir zuvor ermittelt und notiert haben. Sollte dies nicht der Fall sein, tragen wir die notierte IP-Adresse in dieses Feld ein. In das letzte Feld "an Port" tragen wir wieder 5800 ein.
Nun klicken wir auf "Übernehmen". Die erste Portfreigabe wurde angelegt.
Nun benötigen wir eine weitere Portfreigabe, welche wir auf dem gleichen Wege einrichten. Bei Bezeichnung geben wir "VNC-Fernwartung-2" ein und füllen die Felder mit den exakt gleichen Werten wie zuvor, mit einer Ausnahme: bei "Protokoll" TCP wählen wir jetzt UDP und bestätigen wieder mit "Übernehmen".
Nun haben wir zwei Portfreigaben eingerichtet. Damit diese aktiv werden, muss bei beiden Einträgen ein Haken bei "Aktiv" gesetzt und auf "Übernehmen" geklickt werden. Dies werden wir jetzt erledigen. Wenn die Fernwartung beendet wurde, können wir die Portfreigaben einfach wieder abschalten, indem wir die beiden Häkchen einfach wieder entfernen und auf "Übernehmen" klicken. Sollte später eine erneute Fernwartung gewünscht sein, braucht man die Häkchen einfach nur erneut setzen, übernehmen und die Portfreigabe ist wieder aktiv.
Deaktivierung der Windows-Firewall
Windows XP liefert seit Service Pack 2 eine eigene Firewall mit, welche bei den meisten Benutzern standardmäßig aktiv ist. Sollten Sie einen Router wie die FritzBox mit integrierter Firewall verwenden, ist es ratsam, die Windows-Firewall abzuschalten, da sie in diesem Fall keinen Nutzen bringt (Sie haben eine im Gerät integrierte Firewall) und die Fernwartung stören könnte.
Mit dem Klick auf "Start" und "Systemsteuerung" finden Sie ein Icon namens "Windows-Firewall", dieses bitte doppelklicken. Im darauffolgenden Fenster bitte auf "Inaktiv" klicken und mit "Ok" bestätigen. Die Windows-Firewall wurde nun deaktiviert.
Hinweis: Sollte kein Router mit integrierter Firewall vorhanden sein, rate ich dringend davon ab, die Windows-Firewall zu deaktivieren.
[bearbeiten] Durchführung der Fernwartung
Wir haben alles erledigt: Die Software UltraVNC ist eingerichtet und konfiguriert, die Portfreigaben wurden vorgenommen. Wie geht es jetzt weiter?
Zunächst macht es Sinn, telefonisch Kontakt zum Supporter aufzunehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Er benötigt zwei Informationen, damit er die Fernwartung durchführen kann:
- die eigene IP-Adresse im Internet und
- das eingestellte Passwort
Um die eigene IP-Adresse im Internet herauszufinden, gibt es eine einfache Möglichkeit, die Seite http://www.wieistmeineip.de
Die eigene IP-Adresse wird ganz oben angezeigt - diese muss nur noch dem Supporter mitgeteilt werden.
Der Supporter baut nun über die IP-Adresse eine Verbindung zum PC auf und gibt zur Authentifizierung das vereinbarte Passwort ein. Das UltraVNC-Icon im Systray färbt sich grün, man kann beoachten, wie der Supporter die Maus bewegt. Nun kann über das Telefon jeder weitere Schritt besprochen werden. Unsicher? Die Verbindung kann jederzeit mit einem Mausklick über die rechte Taste auf das grüne UltraVNC-Icon im Systray neben der Uhr mit "Close" beendet werden. Im Normalfall sollte das aber nicht nötig sein - wenn Sie Vertrauen zu Ihrem Supporter haben. Ihr Supporter sieht nun Ihren Bildschirminhalt und wird Ihnen erklären, wie er weiter vorgehen wird.
Und so sieht das Ganze aus der Sicht des Supporters aus:
Wurde die Fernwartung abgeschlossen, deaktivieren Sie bitte die Portfreigaben, ändern das UltraVNC-Passwort und beenden das Programm. Nun gehört Ihr Rechner wieder ganz Ihnen und Sie können sich über das eine oder andere behobene Problem freuen.
[bearbeiten] Erneutes Durchführen einer Fernwartung
Sie möchten erneut eine Fernwartung? Kein Problem - die nächsten Schritte dazu sind einfach:
- Starten Sie das Programm "UltraVNC-Server" und legen ein neues Passwort fest
- Aktivieren Sie die Portfreigaben in Ihrem DSL-Router / Ihrer Software-Firewall
- Ermitteln Sie Ihre IP-Adresse und
- Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Supporter auf
Das war es schon - eigentlich ganz einfach, oder?
[bearbeiten] Warum dieses Tutorial?
Ich habe als Administrator des Forums PixelDinchen dieses Tutorial verfasst, um unseren Mitgliedern eine Hilfestellung zur Einrichtung der Fernwartung in die Hand zu geben, um bei Problemen mittels Fernwartung schnell und einfach weiterhelfen zu können. Dieser Service zur Fernwartung steht ausschließlich registrierten Mitgliedern des Forums PixelDinchen zur Verfügung. Sollten Sie kein Mitglied des Forums sein, dürfen Sie natürlich auch nach diesem Tutorial arbeiten, um Ihren PC auf eine Fernwartung vorzubereiten. Möchten Sie Inhalte dieses Tutorials für Ihre Webseiten verwenden, bitten wir um vorherige Anfrage per Email.
--Arndt 04:32, 21. Mär. 2007 (CET)
































